Krankenhausversorgung in der Wesermarsch

Termine beim Nds Sozialministerium in Hannover und bei der Helios-Konzernspitze in Hamburg -

Zur Zukunft der Krankenhausversorgung im Landkreis Wesermarsch hat am 27.02.2019 aus gegebenem Anlass am Rande des Landtags ein Gespräch zwischen den Landtagsabgeordneten Frau Karin Logemann, Frau Sylvia Bruns und Herrn Dragos Pancescu, Herrn Minister Björn Thümler, dem Landrat des Landkreises Wesermarsch Herrn Thomas Brückmann, den Bürgermeistern der Städte Nordenham, Herrn Carsten Seyfarth, und Brake, Herrn Michael Kurz, sowie Herrn Staatssekretär Heiger Scholz aus dem Niedersächsischen Sozialministerium stattgefunden.

Im Ergebnis wird Staatssekretär Heiger Scholz die Geschäftsführungen der beiden Krankenhäuser zu einem Gespräch nach Hannover einladen und steht darüber hinaus für ein politisches Gespräch im Landkreis zur Verfügung.
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Nr. 21/19 - Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung - 27.02.19




Nachbericht über das Treffen mit der Helios-Konzernspitze in Hamburg

„Helios steht voll hinter dem Standort“
Minister, Landrat und Bürgermeister zum Gespräch bei Helios-Konzernspitze in Hamburg
Auf Vermittlung des Niedersächsischen Wissenschafts- und Kulturministers, Björn Thümler, fand am Montag, 25. Februar, unter Teilnahme des Ministers, des Landrats Thomas Brückmann und des Nordenhamer Bürgermeisters Carsten Seyfarth ein Treffen mit dem Helios-Vorstand in Hamburg statt.

Vonseiten Helios nahmen an dem Gespräch der Vorstandsvorsitzende von Helios Deutschland, Franzel Simon, sowie Dr. med. Marc Baenkler (MHBA, Regionalgeschäftsführer Helios Region Nord) und Dr. med. Olaf Kannt (Regionalgeschäftsführer Medizin Helios Region Nord) teil.

Gründe für die Schließung der Geburtshilfe in Nordenham
Der Minister, der Landrat und der Bürgermeister wollten von der Helios-Geschäftsführung Neues über die Zukunft der Geburtshilfe in Nordenham erfahren. Der Vorsitzende der Helios-Geschäftsführung, Franzel Simon, stellte dabei klar: „Die Entscheidung, die Geburtsklinik in Nordenham zu schließen, wurde von der Helios Klinik in Nordenham getroffen. Dieses ist in Abstimmung mit der Helios-Unternehmensführung, aber nicht auf deren Vorgabe erfolgt“. Simon führte die Gründe dafür im Detail aus und betonte: „Die Geburtsklinik wurde nicht aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Der Personalmangel und die geringe Anzahl von Geburten waren ausschlaggebend für die Schließung.“ Bereits im vergangenen Jahr musste die Geburtshilfe mehrfach vorübergehend aufgrund von fehlendem Fachpersonal abgemeldet werden. Dazu Simon: „Diese Abmeldung entspricht nicht den Qualitätsstandards der Helios Kliniken.“

Der Helios-Chef erläuterte zugleich die Ausrichtung des Konzerns: „Im Mittelpunkt des Wirkens von Helios steht eine hohe Qualität in der medizinischen Versorgung der Patienten.“ Dieses stehe nicht im Widerspruch zur Schließung, denn, so Simon: „Die Anzahl der vor Ort durchgeführten Geburten entsprach nicht unserem Qualitätsanspruch: Mit 320 Geburten im vergangen Jahr sind wir weit entfernt von der vom G-BA empfohlenen Richtgröße von 500 Geburten jährlich.“ Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland.
Dr. Baenkler erläuterte ferner auch die Helios-Erwartungshaltung: Bei insgesamt mehr als 700 Geburten pro Jahr im gesamten Landkreis Wesermarsch habe man aufgrund der Größe des Einzugsgebiets von deutlich mehr als den tatsächlichen Geburtenzahlen in der Nordenhamer Helios-Klinik ausgehen können. Auch von den außerhalb der Wesermarsch wohnenden Eltern habe man einen deutlich höheren Zuspruch erwartet. In jedem Fall habe man aber zumindest das Erreichen der Zielgröße des G-BA von 500 Geburten erwartet.

„Wo liegen die Gründe dafür, dass Ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden?“, fragten Minister, Landrat und Bürgermeister kritisch nach. Dazu der Regionalgeschäftsführer Medizin, Dr. Olaf Kannt, der selbst bis 2018 als Leiter der Helios Kliniken Schwerin für die dortige Geburtsklinik zuständig war: „Das hängt mit dem veränderten Verhalten der Eltern zusammen. Werdende Mütter suchen zur Geburt häufig eine Geburtshilfeklinik mit angegliederter Kinderklinik auf – für den Fall, dass etwas schiefgeht.“ Anders seien die Geburtenzahlen in Nordenham aus seiner Sicht nicht erklärbar, so Kannt, steht doch in der Wesermarsch „die modernste Helios-Klinik in ganz Niedersachsen“.

Zukunft der Geburtshilfe in Nordenham
„Wie geht es mit der Geburtshilfe in Nordenham weiter?“, wollten Minister, Landrat und Bürgermeister von Helios wissen. Die Helios-Vertreter stellten klar, dass eine Wiederöffnung der Geburtsklinik in Nordenham nicht zur Diskussion steht und brachten indes eine ambulante Hebammenpraxis in den Räumen der Nordenhamer Helios-Klinik ins Gespräch. Dazu Regionalgeschäftsführer Dr. Baenkler: „Wir haben unsere alternativen Überlegungen diesbezüglich mit den Hebammen und angestellten Gynäkologen in Nordenham erörtert, warten aber noch auf die Reaktion seitens der Hebammen und Ärzte.“

Zukunft von Helios in Nordenham
„Helios steht voll hinter dem Standort Nordenham“, betonte Franzel Simon, und Dr. Baenkler ergänzte: „Wir bieten ein wohnortnahes, qualitativ hochwertiges medizinisches Angebot an. Dafür sind Technik und Neubau inklusive Ausbaureserve bestens geeignet.“ Für die nächsten Monate kündigte der Regionalgeschäftsführer eine Informationsveranstaltung mit niedergelassenen Ärzten sowie der hiesigen Politik und einen Tag der offenen Tür für die Bürgerinnen und Bürger an.
Vom Minister, Landrat und Bürgermeister auf die vermeintlich zu geringe Präsenz der Geschäftsführung vor Ort angesprochen, erläuterte Baenkler, dass Helios in dieser Struktur der Klinikgeschäftsführung eher Vorteile sehe. Wenn alles in einer Hand liege, sei der selbstauferlegte hohe Qualitätsanspruch in den jeweiligen Häusern – aber auch in der Zusammenarbeit der Kliniken – am besten umsetzbar.

Zusätzlich sei in den einzelnen Häusern eine Assistenzstelle der Geschäftsführung eingerichtet worden, in Nordenham sogar ein Standortverantwortlicher. „Zusätzlich erarbeitet seit Februar klinikintern eine Change-Managerin - gemeinsam mit den Mitarbeitern - Verbesserungen der Abläufe“, so Baenkler.

Zur Zukunft von Helios in Nordenham sagte Simon weiter: „Wir sind offen für Gespräche mit dem St. Bernhard Hospital in alle Richtungen. Außerdem denken wir über verstärkte ambulante Angebote nach.“ Zum Abschluss des Gesprächs mit dem Minister, Landrat und Bürgermeister verwies die Helios-Konzernspitze noch auf die „positive Entwicklung der Fallzahlen“. Diese seien im stationären Bereich um 20 Prozent gestiegen, von 5.162 (2016) auf 6.100 (2018). Zugleich habe man das operative Ergebnis von 2015 bis 2018 von Minus 8.800.000 Euro (2015) auf Minus 3.031.000 Euro senken können.

Gespräch mit dem Niedersächsischen Sozialministerium
Mit den Erkenntnissen aus dem Helios-Gespräch geht es nun in den Informationsaustausch über die Situation der Geburtshilfe in der Wesermarsch mit Vertretern des Niedersächsischen Sozialministeriums. Dieses Treffen findet am Mittwoch, 27. Februar, in Hannover statt und wurde von der Berner Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) initiiert. Neben Logemann werden auch Minister Björn Thümler in Funktion als CDU-Landtagsabgeordneter sowie Dragos Pancescu (MdL, Grüne), Horst Kortlang (MdL, FDP), Landrat Thomas Brückmann sowie die Bürgermeister von Nordenham, Carsten Seyfarth, und Brake, Michael Kurz, an dem Gespräch teilnehmen.

 


 


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